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Coop verkauft seit Ende Juni minderwertigen Schmelzkäse – ohne den Preis zu senken. Das enthüllte der K-Tipp. Jetzt krebst Coop zurück.
So macht man Kasse: Coop liess ab Frühsommer seinen Prix-Garantie-Schmelzkäse nicht mehr in der Schweiz, sondern in Italien herstellen. Und vor allem: Er enthielt nur noch 25 Prozent Käse statt wie bis anhin 61 Prozent. Preissenkung? Fehlanzeige! Das Geschmacksurteil eines K-Tipp-Lesers lautete: «Scheusslich.»
Der K-Tipp berichtete darüber (siehe Ausgabe 14/11) – und lieferte auch die Begründung von Coop: Der Schweizer Produzent Emmi sei nicht mehr in der Lage gewesen zu liefern. Deshalb sei ein italienischer Lieferant eingesprungen.
Doch Insider zweifeln an dieser Version, wie der K-Tipp aus mehreren Quellen erfahren hat. Emmi hätte offensichtlich problemlos weiter liefern können. Aber Coop habe versucht, den Preis zu drücken. Und zwar in einem Mass, das für Emmi inakzeptabel gewesen sei.
Auf Nachfrage bestätigt jetzt auch Emmi: «Wir hätten den Coop-Auftrag problemlos abwickeln können. Aber die Preisvorstellungen gingen zu weit auseinander.»
Weiter lässt Emmi verlauten: «Wir haben auf den Auftrag verzichtet, weil wir nicht von unseren Qualitätsstandards abweichen.» Damit konfrontiert, gibt Coop gegenüber dem K-Tipp nun zu: «Coop hat Emmi angehalten, einen besseren Preis zu offerieren.»
Ab Ende Jahr darf wieder Emmi liefern
Trotz dieses Schwarzpeterspiels – Schmelzkäse-Liebhaber können sich freuen: Gegen Mitte Oktober sollte der Prix-Garantie-Schmelzkäse wieder in verbesserter Qualität in den Gestellen liegen – und zwar mit mehr Käse und weniger Salz. Ende Jahr darf dann sogar wieder Emmi liefern. Schweizer Käse gibt es ja eigentlich genügend.
14. Oktober 2011 | Marco Diener, Redaktion K-Tipp
