Höheres Wirtschaftswachstum, bessere Börse?

Das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern hat sich im Zuge der Finanz- und Schuldenkrise auch abgeschwächt. Es ist aber noch immer deutlich höher als in den Industrieländern. Ist das der Grund, dass sich auch die Aktienfonds mit Schwerpunkt Schwellenländer besser gehalten haben als Schweizer oder globale Aktienfonds? Und sollten Anleger hauptsächlich auf Schwellenländer-Fonds setzen, weil das Wachstum in diesen Weltteilen auch in Zukunft unbestrittenermassen höher sein wird? Fünf Krisenjahre sind eine zu kurze Periode, um eine solch allgemeine Schlussfolgerung zu ziehen.


Schwellenländer-Börsen nur leicht besser

Geht man zurück bis Mitte der 80er-Jahre, zeigt sich folgendes Bild:

  • Die Schwellenländer-Börsen haben über die ganze Periode überdurchschnittlich zugelegt, aber dennoch nur leicht.
  • Bis 1998 warfen sie sogar eine schlechtere Rendite ab, erst danach zogen sie davon.
  • Sie schwanken stärker als die Börsen der industrialisierten Welt.


Diversifikation mildert das Auf und Ab des Wertschriftendepots Elroy Dimson, Paul Marsh und Mike Staunton von der London Business School haben sich auf die Analyse der Aktienrenditen spezialisiert. Dazu verwenden sie Zahlenmaterial aus über 100 Jahren. Sie erwarten auch in der Zukunft eine etwas bessere Rendite der Schwellenländer-Börsen. Deren grösster Vorteil ist aber der Um­stand, dass sie sich nicht im Gleichschritt mit den Börsen der industrialisierten Welt entwickeln. Anleger, die nicht nur in Unternehmen aus der Schweiz oder anderen Industrieländern investiert sind, mildern die Schwankungen ihres Depots.