Einmal vorn - immer vorn

K-Tipp 18/2000 vom

Exklusiv im K-Tip Rangliste der 13 grössten Krankenkassen seit 1996

Langzeitvergleich der Durchschnittsprämien bei den grössten Krankenkassen: Visana und Swica sind die Absteiger, Groupe Mutuel und Assura die Aufsteiger.

Patrick Gut pgut@k-tip.ch

Wenn die Krankenkassen-Prämien für das neue Jahr bekannt sind, publiziert der K-Tip in Zusammenarbeit mit dem VZ VermögensZentrum jeweils exklusiv eine Rangliste der 13 grössten Krankenkassen (siehe K-Tip 17/2000). Massgebend ist dabei die Durchschnittsprämie der obligatorischen Grundversicherung (bei 230 Franken Franchise, inklusive Unfalldeckung) an 78 Orten der ganzen Schweiz.

Anhand der Rangierung der letzten sechs Jahre lassen sich interessante Details herauslesen:

- Mit Assura, Groupe Mutuel, KPT, ÖKK und Intras sind es Jahr für Jahr zumeist dieselben Krankenkassen, welche die Spitzenplätze unter sich ausmachen.

- Mehr oder weniger stabil präsentiert sich auch die Situation am unteren Ende der Rangliste. Visana, Wincare und Swica belegen meist die hintersten Plätze. Von diesen drei ist Swica von Rang 4 im Jahr 1996 am besten gestartet.

- Drei Kassen verändern ihre Position innerhalb der Rangliste auffällig stark: Die 1997 aus Artisana und Helvetia entstandene Helsana macht kontinuierlich Boden gut und liegt für 2001 bereits auf Rang 6. Die Supra scheint sich nach einem Absturz von 1996 bis 1999 ebenfalls zu erholen. Die CSS befindet sich seit dem Zwischenhoch von 1999 auf Talfahrt und ist für das Jahr 2001 auf Rang 11 abgerutscht.


Verwaltungskosten und Risikostruktur

Weshalb aber sind einzelne Kassen immer vorne, andere immer am Schluss rangiert? Die Klassenbesten begründen ihren Erfolg unter anderem mit einem «tiefen Verwaltungsaufwand». Vereinzelt gehöre auch die rigorose Kontrolle der Rechnungen zum Erfolgsrezept. Die Groupe Mutuel, Nr. 1 auf der Rangliste für das Jahr 2001, will so im vergangenen Jahr rund 35 Millionen Franken gespart haben.

Die Intras fügt als Erklärung an, dass sie über eine gute Risikostruktur verfüge. Das heisst: Die Kasse versichert viele junge Erwachsene, die eher tiefe Kosten verursachen - im Kassenjargon «gute Risiken». «Die Intras hat ihre Präsenz in der Deutschschweiz wesentlich ausgebaut», sagt Intras-Direktor Jean-Yves Rapin.

Der VZ-Versicherungsexperte Stefan Thurnherr sieht in der Expansion in die Deutschschweiz ebenfalls einen wichtigen Grund für das gute Abschneiden sowohl der Intras wie der Assura und auch der Groupe Mutuel. «Diese drei Kassen haben 1996 in der Deutschschweiz praktisch bei null angefangen. Aus Erfahrung weiss ich, dass Junge und Gesunde - also gute Risiken - eher die Kasse wechseln.» Das habe sich für die Intras und die Assura als Vorteil erwiesen: Sie konnten viele Junge gewinnen.

Von tiefen Verwaltungskosten als Grund für attraktive Prämien hält der Versicherungsexperte allerdings wenig. «Es ist zwar lobenswert, wenn die Kassen den Verwaltungsaufwand tief halten. In Prämienprozenten macht der Unterschied zwischen hohen und tiefen Verwaltungskosten aber höchstens ein bis zwei Prozent aus.»


Prämienpolitik ist entscheidend

Von Bedeutung für die Position in der K-Tip-Rangliste ist laut Thurnherr neben der Risikostruktur einer Krankenkasse vor allem eines: «Entscheidend war aus meiner Sicht, wie die Krankenkassen die Folgen des neuen Krankenversicherungsgesetzes einschätzten und wie sie somit ihre Prämien für das Jahr 1996 festgesetzt haben.»

Lag die Prämie massiv zu tief, musste die Kasse in der Folge weit überdurchschnittlich erhöhen, und die guten Risiken sprangen ab. Die verschlechterte Risikostruktur führte im Folgejahr dann wiederum zu höheren Prämien - «und schon hat der Teufelskreis begonnen». Diese Entwicklung trifft unter anderem für die Swica und die Visana zu, die Plätze 12 und 13 in der heutigen Rangliste.
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