Finanztipp: Leibrenten lohnen sich nur für die Versicherung

saldo 02/2019 vom

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Ein saldo-Leser aus Seltisberg BL wollte der 48-jährigen Tochter eine Leibrente schenken. Das ist eine Versicherung, bei der man einer Versicherungsgesellschaft eine bestimmte Summe überweist. Im Gegenzug garantiert diese der begünstigten Person eine lebenslange Rente. Der Baselbieter entschied sich für die «Lebensrente Swiss Life Calmo». 

Er wollte, dass seine Tochter ab dem Jahr 2036 eine Rente erhält. Dann ist sie 65-jährig. Swiss Life verlangte für eine Mindestrente von 3606 Franken pro Jahr heute einen ­Betrag von rund 135 000 Franken, inklusive 2,5 Prozent Stempelsteuer. 

Wie alt müsste die Tochter werden, damit sich die Versicherung überhaupt lohnt? Die Rechnung sieht wie folgt aus: 

Von den einbezahlten 135 000 Franken zieht Swiss Life die Stempelsteuer ab und verzinst den Restbetrag von 131 707 Franken mit 0,05 Prozent. Das bedeutet: Im Jahr 2036 stehen für die Auszahlung der Leibrente total 132 831 Franken zur Verfügung – weniger als heute einbezahlt werden müsste. 

Von den 3606 Franken müsste die Tochter rund 240 Franken Einkommenssteuer zahlen – sofern die Steuern bis dahin gleich bleiben. Dann bleiben von der Rente noch 3366 Franken übrig. Mit dieser Jahresrente würde es bis zum Jahr 2076 dauern, bis der ursprünglich einbezahlte Betrag verbraucht ist – fast 40 Jahre. Frühestens dann würde die Leibrente anfangen, sich zu lohnen. Die Tochter wäre dann 105 Jahre alt. 

Leibrenten lohnen sich auch bei Leuten mit überdurchschnittlicher Lebenserwartung einzig für die Versicherung, nicht für die Versicherten. Deshalb wäre es sinnvoller, das Geld den Begünstigten direkt zu schenken. 

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