Bleifrei statt Diesel

28. Februar 2019

von

Ich habe in Gedanken versunken leider das Geschäftsauto falsch getankt. Jetzt hat mich der Chef ca 500.- Reparaturkosten direkt vom Lohn abgezogen. Lohn ca 1900.- Netto. Minus 500.- bleiben noch 1400.- Darf er mir das? Oder hätte er mir eine Rechnung stellen müssen? Oder gehört das zum Arbeitengeber Risiko?

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Kommentare

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von Rechtsberatung K-Tipp+saldo am
02.03.2019, 14:12

Haftung des Arbeitnehmers

In Artikel 321e des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) steht Folgendes zur Haftung des Arbeitnehmers: "Ein Arbeitnehmer ist für den Schaden verantwortlich, den er absichtlich oder fahrlässig dem Arbeitgeber zufügt. Das Mass der Sorgfalt, für die der Arbeitnehmer einzustehen hat, bestimmt sich nach dem einzelnen Arbeitsverhältnis, unter Berücksichtigung des Berufsrisikos, des Bildungsgrades oder der Fachkenntnisse, die zu der Arbeit verlangt werden, sowie der Fähigkeiten und Eigenschaften des Arbeitnehmers, die der Arbeitgeber gekannt hat oder hätte kennen sollen."
Ist der Arbeitnehmer für einen Schaden verantwortlich, kann er also zur Kasse gebeten werden. Für die Höhe des Schadenersatzes kommt es aber im Wesentlichen darauf an, wie der Angestellte den Schaden verursacht hat. Hat er absichtlich (was hier natürlich nicht der Fall war) oder grobfahrlässig gehandelt, muss er für den vollen Schaden beziehungsweise den grössten Teil davon aufkommen. Bei nur leichtem Verschulden hingegen ist allerhöchstens ein kleiner Teil des Schadens vom Arbeitnehmer zu tragen. Der Umstand, dass Sie den Geschäftswagen mit Benzin statt mit Diesel vollgetankt haben, könnte tendenziell in Richtung Grobfahrlässigkeit gehen. Zumindest einen Teil des Schadens werden Sie daher wohl übernehmen müssen. Ihrem Arbeitgeber gegenüber müssen Sie aber natürlich den Standpunkt vertreten, dass Ihrer Meinung nach von nur leichter Fahrlässigkeit die Rede sein könne. Möglicherweise waren Sie ja enorm unter Zeitdruck und/oder zum ersten Mal mit diesem Wagen unterwegs. Und wo gearbeitet wird, passieren halt auch mal Fehler, die nicht einfach per se zu Lasten des Arbeitnehmers gehen dürfen.
Ausserdem: Der Arbeitgeber darf allfällige (und berechtigte) Schadenersatzforderungen nur so weit direkt vom Lohn abziehen, als dieser das Existenzminimum des betreffenden Mitarbeiters übersteigt (vgl. Artikel 125 Ziffer 2 OR).

von Crissie am
01.03.2019, 17:01

Zuerst mal Haftpflichtversicherung anfragen,

dann aber unbedingt noch Rechtsauskunft wg. des Lohnabzuges einholen. Ich hoffe, K-Tipp lässt mich diesen nützlichen Link schicken: https://www.beobachter.ch/gesetze-recht/rechtsstreitigkeiten-rechtsberatung-zum-nulltarif Entweder zum Nulltarif oder gegen eine bescheidene Gebühr! Ist sicherer als jede Leserauskunft hier!

von Jampi am
01.03.2019, 13:59

Hm Haftpflicht

Soweit habe ich noch nicht gedacht? Stimmt kann es ja versuchen. Danke

von Crissie am
01.03.2019, 10:51

Die Frage kann ich zwar leider nicht

beantworten, aber haben Sie denn keine private Haftpflichtversicherung?

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