Baumängel: Vorgehen vereinfacht

K-Geld 05/2018 vom | aktualisiert am

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Was tun, wenn das Bauunternehmen bei gemeinschaftlichen Teilen einer Liegenschaft schlampte? Ein neues Urteil stärkt die Rechte von Stockwerkeigentümern.

Reparatur des Treppenhauses: Stockwerkeigentümer können einen Nachbesserungsanspruch auch einzeln geltend machen (Bild: FISCHINGER/ IMAGO)

Reparatur des Treppenhauses: Stockwerkeigentümer können einen Nachbesserungsanspruch auch einzeln geltend machen (Bild: FISCHINGER/ IMAGO)

Bei einer Wohnüberbauung im Kanton Zug rosteten Balkonstützen und -geländer. Die Gemeinschaft der Stockwerkeigentümer verlangte deshalb von der Bauunternehmung die kostenlose Behebung dieses Mangels. Die Balkone galten hier als gemeinschaftlicher Teil der Wohnanlage.

Doch die Bauunternehmung ­wehrte sich gegen die Forderung. Ihr Argument: Die Gemeinschaft sei gar nicht klageberechtigt. Denn es hätten nicht alle Stockwerkeigentümer ihre Mängelrechte an die ­Gemeinschaft abgetreten.

Gemäss einem älteren Urteil des Bundesgerichts wäre die Bauunternehmung und Verkäuferin im Recht gewesen. Die Richter ­hatten 1988 entschieden, dass ein Stockwerk­eigentümer bei einem Mangel an gemeinschaftlichen ­Anlagen nur einen «quotenbezogenen Nachbesserungsanspruch» habe: Er kann demnach auch bei ­einem gemeinschaftlichen Teil nur denjenigen Anteil der ­Kosten einklagen, der seiner Wertquote an der  ganzen Wohnüber­bauung entspricht.

Jeder ­Miteigentümer kann eine vollständige Nachbesserung verlangen

Beispiel: Kostet die Reparatur eines gemeinschaftlichen Treppenhauses 50000 Franken und hat ein Stockwerkeigentümer eine Wertquote von 100 Tausendsteln, kann er den verantwortlichen Bau- oder Generalunternehmer nur im Umfang von 5000 Franken belangen. Hässliche Konsequenz dieser Rechtsprechung: Der einzelne Eigentümer müsste den Handwerkern die ­ganze Reparatur des Treppenhauses zahlen – und dann selber bei den übrigen Stockwerkeigentümern deren Kostenanteil eintreiben. [...]

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